Diversity Brain - befreit durch die Informationsflut

Unsere Gehirne werden zunehmend mit Botschaften überflutet. Ein täglicher Tsunami von vermeintlichen Informationen erschwert zunehmend die Orientierung und die eigene Einordnung - in Beziehungen, im Job, in der Gesellschaft. Globalisierung und Digitalisierung haben den Austausch und die Notwendigkeit gelebter Diversität verstärkt. Gleichzeit aber erschwert die zunehmende Verwirrung über gültige Grundlagen individueller und gesellschaftlicher Entscheidungen das gegenseitige Verständnis. Menschen flüchten sich zu Millionen in parallele Wahrnehmungswelten. Zuverlässige Informationen sind aber die Grundlage einer freiheitlichen, toleranten und diversen Gesellschaft. Insofern gefährdet die zunehmende Verwirrung Freiheit, Toleranz und Diversität.

Unsere Gehirne stehen täglich vor einer zunehmend nicht zu bewältigenden Aufgabe: Wie finden wir die Balance zwischen unseren Grundbedürfnissen nach Verbundenheit einerseits und Ordnung andererseits? Diversität funktioniert nicht ohne Verbundenheit, Freiheit und Toleranz nicht ohne einen Ordnungsrahmen. Je verwirrender die Informationen, die wir aufnehmen, desto mehr sucht unser Gehirn nach Ordnung. Die Ordnung ist die Werkseinstellung für Gehirne, die permanent nach schnellen Lösungen und Kohärenz suchen.

Diversität geht nicht alleine, sie ist ein Teamjob und eine gesellschaftliche Aufgabe. Und dafür braucht es eine Faktengrundlage für alle. Da geht es nicht um die Informationsversorgung, denn die Informationen sind alle erhältlich, mehr denn je. Wir müssen es schaffen, als der Flut der global verbreiteten Botschaften relevante Informationen zu filtern. Nur so können Entscheidungen getroffen werden, die nicht unser Bedürfnis nach Ordnung verletzen und so Angst erzeugen. Diversität ist toll. Diversität ist richtig. Wir brauchen Diversität. Das ist alles richtig. Aber wenn diese Sätze mehr sein sollen, als Glaubenssätze Einzelner - auch wenn es viele Einzelne sind! - dann müssen wir alle lernen, wieder frei und empathisch miteinander zu kommunizieren. Wenn wir unsere Gehirne nicht in Sicherheit bringen, werden wir nicht in der Sicherheit einer diversen, freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft leben können.

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